Geschichte

Die Geschichte des Kgl. Musikverein “Eifelklang” St. Vith reicht bis in das Jahr 1800.

Von 1800 bis 1975

Am 27. und 28. September 1975 konnte der Musikverein gemeinsam mit dem hiesigen Madrigalchor ein großes Jubelfest zum 175-jährigen Bestehen beider Vereine gebührend feiern.

Aus diesem besonderen Anlass wurde eine Festschrift herausgegeben. Kurt Fagnoul, langjähriger Präsident des Geschichtsvereins “Zwischen Venn und Schneifel” übernahm damals die Gesamtleitung und Gestaltung dieser Festschrift. Mit viel Zeitaufwand betrieb Herr Fagnoul akribische Nachforschungen u.a. im Haupt-staatsarchiv zu Brüssel, um anhand dort befindlicher Unterlagen die etwaigen Gründungsdaten beider Vereine zu ermitteln. Und er wurde fündig. Auch kam ihm dabei die Chronik der Stadt St.Vith, aufgestellt im Jahre 1875 durch Dr. Anton Hecking sehr zu Hilfe. Ein Auszug aus Kurt Fagnouls Beitrag:

Im Jahre 1789 wurde Jean François Dethier zum Priester geweiht und war – ehe er hierhin versetzt wurde – in Blankenheim tätig. Als Hospitalgeistlicher war er auch als Lehrer hier tätig. Er war für alles Schöne zu begeistern und sicherlich wird ihm der gepflegte Gesang des Kirchenchores gefallen haben. Als Lehrer hatte er engen Kontakt mit der Jugend und wählte sich unter ihr die Jünglinge aus, die Sinn für Musik hatten. Er besorgte alle Instrumente, die zu einer Instrumentalmusik gehören und begann mit dem musikalischen Unterricht.

Wie uns Dr. Anton Hecking in seiner Chronik der Stadt St.Vith berichtet, wurde Dr. Dethier für seine aufopfernde Mühewaltung belohnt, indem er recht viele Jahre die wohltätigen Eindrücke seines Kunstinstitutes genießen konnte. Er war der erste Gründer einer solchen Instrumentalmusik im hiesigen St.Vither Land.

Das genaue Gründungsdatum ist uns leider nicht verbürgt. Hecking, der seine Chronik im Jahre 1875 veröffentlichte, berichtet, dass der Instrumentalverein bereits mehr als ein halbes Jahrhundert hier in St.Vith bestehe. Wenn man die Anfänge berücksichtigt, kann man – ohne vermessen zu sein – das Jahr 1825 als das Jahr annehmen, in dem der Instrumentalverein aus der Taufe gehoben wurde.

An anderer Stelle schreibt Fagnoul, anhand der alten Schützenrechnungen aus dem 17. Jahrhundert ersichtlich, dass die Prozessionen nach Neundorf mit Musik begleitet wurden und dass die Instrumentalmusik gegen Ende des 16. Jahr-hunderts aufkam. Es darf also angenommen werden, dass zum Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts bereits in St.Vith musiziert wurde, wenn auch verständlicherweise auf primitiven Instrumenten.

Um das Jahr 1800 aber sollen erhebliche Fortschritte in der Musikszene gemacht worden sein, ganz besonders unter dem Priester J.F. Dethier.

Interessant ist noch die Feststellung, dass der eigentliche Gründer des Instrumentalvereines im Ahnenpass des Organisten und langjährigen Dirigenten des Madrigalchores, des inzwischen verstorbenen Johannes Piette vorkommt. Der Sinn für Musik des J.F. Dethier hat sich somit weiter vererbt. Beide sind übrigens gebürtig aus Weismes.

Die St.Vither haben diesem kunstliebenden Priester bis zum heutigen Tag ein ehrendes Andenken bewahrt, indem sie dessen Grabstein, wenn er auch durch Krieg und altersbedingt Schäden aufweist., links neben dem Haupteingang zur neuen Pfarrkirche eingemauert haben.
Hier sollte noch erwähnt werden, dass Johannes Piette als erster Nachkriegsdirigent im Musikverein fungierte und erheblich zu der Wiederbelebung des Vereines beigetragen hat, den er von 1947 bis Ende 1954 erfolgreich leitete.

Von dieser Stelle aus möchte der Musikverein sich im Nachhinein noch einmal herzlich bei Herrn Fagnoul für die von ihm großartige und gut gelungene Gestaltung der Festbroschüre sowie für seine hervorragenden Beiträge und Recherchen bedanken.
Auch unserem aktiven und langjährigen Kassierer Alfred Langer sei gedankt für seine tatkräftige Mitarbeit, sowie auch allen, die in irgendeiner Weise zum guten Gelingen der Broschüre beitrugen.

Von 1975 bis 2000

Nach dem Jubelfest zum 175 jährigen Bestehen des MV konnte der Verein nochmals 8 Jugendliche an sich binden und führte in den Jahren 1976 und 1977 ein normales Vereinsleben mit 25 aktiven Musikern und ungefähr 20 Auftritten.
In der Generalversammlung von 1977 fordert der Dirigent die Musiker auf, regelmäßiger zu den Proben zu erscheinen und stellt die Bedingung, die Probe erst dann zu leiten, wenn mindestens 15 Musiker anwesend sind.
Da es immer dieselben Musiker sind, die fehlen bzw. immer anwesend sind, kommt die Probearbeit nicht voran. Dasselbe musste seinerzeit Erwin Warny feststellen und aus diesem Grunde hatte er 1971 den Dirigentenstab niedergelegt.

Es scheint, dass sich diese Mentalität im MV St.Vith festgesetzt hat und auch nicht mehr wegzudenken ist. Einzig in der Zeit, wo nur 8 – 10 aktive Musiker im Verein waren (1980-1985) waren die Proben zu 90% besucht. Laut Protokollbuch wurde in den Jahren 1978 und 1979 nur noch vor Auftritten geprobt, da das Interesse der Musiker nicht sehr groß war. In beiden Jahren waren aber immer noch 15 Auftritte gespielt worden. Im Jahre 1980 trat dann Willy Schaus als Präsident ab und so wurde von Mitte September bis April 1980 nicht mehr geprobt.

Doch wer ein richtiger Musiker ist, der gibt nicht so schnell auf, und so luden Josef Schröder und Willy Schaus dann im April 1980 zu einem Neuanfang ein, dem auch sofort 12 Musiker folgten (unter ihnen 4 Musiker, die von Lommersweiler nach St.Vith gewechselt hatten). Bald darauf verstärkten Karl Hansen und sein Sohn Mario, zehn Jahre alt, die Reihen. Sie erwiesen sich als überaus zuverlässige Musiker, und schon bald wagte sich der Verein wieder in die Öffentlichkeit.

Im Jahre 1981 übernahm Gerd Oly die Leitung des Musikvereins von Josef Schröder, der viele Stunden geopfert hatte um von verschiedenen Musikern immer wieder enttäuscht zu werden. Ich zitiere aus dem Protokollbuch von 1977: “Josef Schröder will auch weiterhin Dirigent bleiben, aber unter der Bedienung, dass mindestens 15 Musiker anwesend sind.
Leider ist es eine Tatsache, dass immer dieselben Musiker regelmäßig zur Probe kommen, und immer dieselben abwesend sind.” Nachdem Josef Schröder den Verein in den 70ger Jahren mit aufgebaut hatte, musste er nun mit ansehen, wie alles in die Brüche ging. Aus demselben Grund wie Erwin Warny 1972 legte Josef Schröder sein Amt 1981 hin.

Im Jahre 1982 bemühte man sich dann auch wieder, Jungmusiker anzuwerben, leider ohne Erfolg. Bis zum Jahre 1984 spielten wir bei 20 Auftritten pro Jahr, und auf der Generalversammlung wurde mit Josef Mockels ein neuer Präsident gewählt. Zu dieser Zeit probten wir im Café des Ardennes bei Johanna (Gangolf). So mancher Kunde wird nicht schlecht gestaunt haben, wenn plötzlich hinter dem Vorhang die Probe anfing. Hier wollen wir uns bei Johanna bedanken, dass sie uns 10 Jahre ausgehalten hat. Wenn auch die Mitgliederstärke des Vereins in diesen Jahren nicht dem “größten Dorf” der Gemeinde gerecht wurde, so haben sich die wackeren Unbeirrbaren nie geschlagen gegeben, und viel Spaß haben sie auch noch gehabt, wie nachfolgende Episoden beweisen: Nationalfeiertag war’s. Pflichtbewusst hatten sich alle eingefunden, um um 10 Uhr am Kriegerdenkmal die Nationalhymne und einen Choral zu spielen. Da aber der kurze Auftritt der Bedeutung des Tages nicht gerecht wurde, haben die Musiker bis in die späten Nachtstunden verlängert; und um noch einen guten Abschluss zu erzielen, zog man zu vorgerückter Stunde (2 Uhr nachts) mit Marschmusik durch St.Viths Straßen. Doch soviel Patriotismus schien nicht allen Einwohnern gleich gut zu gefallen, und so mussten sich Helmuth Hilgers und Georg Schwall noch einer Dusche durch Franz Pip unterwerfen (Aus dem Protokollbuch 1982).

Im Oktober 1984 spielten wir ein Konzert auf Einladung des MV Oudler im Vereinslokal in Oudler. Wir, 8 Musiker, fuhren pünktlich um 19 Uhr in St.Vith ab, denn das Konzert sollte um 20 Uhr beginnen. In Oudler angekommen erfuhren wir, dass noch 3 andere Vereine vor uns spielen sollten. Wir setzten uns an unseren Tisch und tranken gemütlich ein paar Bier. Als wir endlich gegen 24 Uhr auf der Bühne saßen, forderte uns der Dirigent Gerd Oly auf, die Intrade aufzuschlagen. Leider hatten wir 2 verschiedene Intraden und wie es sich so machte spielten die Flügelhörner und Trompeten Intrade Nr.7 während die Tenorhörner und der Baß die Intrade 13 spielten. In beiden Stücken waren gleiche Anzahl Takte und Wiederholungen, so merkte außer den Musikern nur der Dirigent etwas von unserem Missgeschick.

In der Generalversammlung 1985 wurden die Holzbläser vom Dirigenten Gerd Oly in Bildungsurlaub zur Musikschule geschickt, die aber nur von Monique Schröder, mit Erfolg, bestanden wurde. Aus dem Protokollbuch 1985: Auftritte werden im Schnitt von 9,1 hiesigen und 1,6 auswärtigen Kräften bestritten. Die Proben sind mit 7,2 hiesigen und 0,7 auswärtigen Musikern besucht. Zahlen, die für sich sprechen. Im Jahre 1986 wurde zu 6-10 Musikern 30 Proben und 27 Auftritte bestritten.

In den Jahren 1980-1988 kommt der Musikverein nicht aus den Startlöchern heraus. Es kommen regelmäßig neue Musiker hinzu, aber weder das Problem der Anwesenheit bei den Proben bekommt man in den Griff, noch kommt die Jugendarbeit richtig in Gang.
Im Jahre 1989 startet der Verein eine Großoffensive: Zu 6 Musikern und Dirigent sind wir in die St. Vither Schulen gegangen, haben Instrumente vorgestellt und auch einige Stücke gespielt. Letztendlich hatten wir damit Erfolg: Es melden sich nach wiederholtem Werben 15 Jugendliche, und einige aktive Musiker besuchen die Musikschule.

So wuchs endlich der Musikverein und wir mussten hierauf zweimal aus Platzgründen das Probelokal wechseln. Zuerst ging es im Probelokal des Tambourcorps (An der Dell) weiter, aber bald war es auch hier wieder zu eng und wir probten dann bei unseren Freunden von der Schützenbruderschaft.

In den Jahren 1994-1997 hatte der Verein seine Blütezeit. 45-50 aktive Musiker, Probebesuche wie immer, viele Auftritte und gelungene Herbstkonzerte. Der MV war ja Karneval schon immer tätig, auch als der Verein nur wenige Musiker zählte spielten wir den Prinzenempfang. Jetzt, mit so vielen Mitgliedern, kann man auch wieder die Prinzenproklamation und verschiedene Festzüge spielen. Da die Nachwuchsarbeit ein wenig vernachlässigt wird, verliert der Vereine verschiedene Mitglieder, ab 1999 kommen aber schon wieder 9 Jugendliche proben, denen sich 2000 noch 4 Jungmusiker anschließen.

In den Jahren 1975-2000 starben viele aktive Musiker: Alex Peters, Erich Schaus, Peter Wagener, Ewald Jouck, Michel Wiesemes, Oswald Arimont, Erwin Hilgers. Der Musikverein bewahrt ihnen ein ehrendes Gedenken.

Events

  • 22. Dezember 2018 19:00Thekendienst
  • 11. Januar 2019 20:00Karnevalsprobe
  • 18. Januar 2019 20:00Probe / Répétition
  • 25. Januar 2019 20:00Probe / Répétition
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